Nürnberg: Schulleitung contra Spielhof - Jugendliche als Gefahr!

Das Thema ist nicht neu: Schulleiter sind gegen die Einrichtung sogenannter Spielhöfe in Nürnberg. Obwohl bereits 50 solcher kinderfreundlich umgestalteter Höfe errichtet wurden, gibt es bei jedem neuen Projekt den gleichen Widerstand. “Den aufsichtsführenden Lehrern ein Gräuel, ein Aufsichts-, Sauberkeits-, Ordnungs-, und Rechtsproblem ist der Schulhof in Deutschland,” sagt der Schulhofexperte D. Höltershinken (Quelle: “Spielhöfe in Nürnberg”, 2006).

Nun hat sich in einem öffentlichen Gespräch im Mai genau diese Ablehnungshaltung wieder gezeigt. Der Rektor der Georg-Holzbauer-Schule, einer Hauptschule im Nürnberger Süden, lehnt das Projekt ab, weil er erst die Schulraumnot in seiner Schule beseitigt sehen möchte.
SPD-Stadtrat Gerald Raschke und das Nürnberger Jugendamt sind jedoch überzeugt, dass beides möglich ist: eine Planung des Spielhofes unter Berücksichtigung der Planung neuer Gebäude.

Ärgerlich für mich als Zuhörer war die Einschätzung der Kinder und Jugendlichen durch den Schulleiter, unterstützt vom Hausmeister: laut, zerstörerisch, brutal und rücksichtslos, so könnte man meinen, sei das Publikum auf den öffentlich zugänglichen Spielflächen. Spielende Kinder würden den Schulunterricht stören, die Eltern seien mit der Aufsicht überfordert und Heranwachsende würden das Gelände für Saufgelage nutzen und durch zerstrümmerte Flaschen den Platz unbespielbar machen.

Ich habe mich sehr über die Haltung des Schulleiters Joachim Sonnwald gewundert. Wer so über seine Schüler denkt - welche pädagogische Haltung zeigt er? Wie praktiziert er die Leitung seiner Schule? Wie geht es im Kollegium zu?

Steht nicht das Wohl und Interesse der Kinder und Jugendlichen im Zentrum pädagogischer Bemühungen? Sind die guten Erfahrungen in den anderen Spielhöfen keine ernst zu nehmende Argumentation?

Schulleiter sind nun mal in erster Linie Beamte und die haben eben für Ordnung, Sauberkeit und Einhaltung von Richtlinien zu sorgen - vor der Förderung von Kindern und Jugendlichen in deren Freizeit. Schade.

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